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Betreuungsdienst-Lehrgang

Zu Beginn dieses Wochenendlehrganges überlegen wir, in welcher Situation sich die Betroffenen gerade befinden.

·         Hilflosigkeit

·         Durchnässte/ kalte Kleidung

·         Unsicherheit

·         Sorge um Angehörige

·         Fassungslosigkeit

·         Angst/ Panik

·         Hunger, Durst

·         Mangelnde hygienische Bedingungen

·         Obdachlosigkeit

·         Verzweiflung

·         Verständigungsproblem (Sprachbarriere)

Daraus ergeben sich folgende Oberaufgaben für die Betreuungsdienste:

·         Auffangen, Sammeln und Leiten

·         Betreuen, Aufklären, Beruhigen

·         Unterbringen

·         Verpflegen

·         Registrieren

·         Familienkontakte ermöglichen

·         Kleidung bereitstellen und anbieten sowie

·         Hygieneartikel ausgeben

·         Weiterreise organisieren

·         Transporte begleiten

·         Beraten

 

Unsere Einsatzphasen gliedern sich in eine sofort(ige) Hilfe, Übergangshilfe, Wiederaufbauhilfe.


In der obigen Auszählung sind einige Punkte fett geschrieben. Auch diese Punkte lernen wir, in ihrem Ablauf.

Welche Materialien benötigen wir? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein/ werden?

Verpflegungsausgabe

·         Hygiene

·         Tische und Bänke

·         Bodenunterlage

·         Absperrmaterial zur Einrichtung eines Einbahnsystems

·         Putzeimer

·         Waschmöglichkeiten

·         Geschirrrückgabe

·         Müllbehälter

·         Sonnen- oder Regenschutz

 

 

Gegenstände des persönlichen und oder täglichen Bedarfs

Dies alles Geschieht nach den folgenden 4 Grundsätzen im Betreuungsdienst:

Hilfe nach Maß und Not

Hilfe zur Selbsthilfe

Hilfe nach Wunsch der Betroffenen

Hilfe gleichmäßig geben

 

 

Soforthilfe

 

Bei geplanten Evakuierungen beraten wir wenn nötig zum Thema „Was nehme ich mit?“

Das sollten Sie zwingend in einer Tasche (dem Zeitraum angepasst) mitnehmen:

Zweckmäßige Kleidung

ihre täglichen Medikamente

spezielle medizinisch nötigen Pflege- und Hygieneartikel

 

Weiter sollten sie beachten:

Abstellen von Strom, Gas und Wasser

Wohnungsschlüssel ist eingepackt

Sie haben Ihre Personalpapiere

 

Sammeln bei Flucht (ungeplante Evakuierung):

Wir richten Anlaufstellen am Rande des Schadensgebietes für Sie ein.

Die Richtung/ den Ort erfahren Sie durch uns über Lautsprecherdurchsagen und/ oder Hinweisschildern

 

Wenn Sie nicht in Ihre Wohnung zurück können oder dürfen:

Dienen unsere Sammelstellen der Informationsweitergabe und als „Wartesaal“. Hier geben wir Ihnen Auskünfte, Erfassen alle Familienangehörige und versuchen die Familien (die z.B. durch Schulbesuch der Kinder) die in unterschiedlichen Sammelstellen ankommen zusammen zu führen.

 

Diese Transporte zur Zusammenbringung/ Verlegung werden von uns begleitet.

 

 

Übergangs- und Wiederaufbauhilfe

 

Erkunden und Einrichten einer Notunterkunft

In dem Moment, indem Sie ihre Wohnung oder das Haus nicht mehr bewohnen können müssten für Sie Notunterkünfte gefunden oder geschaffen werden.

Weiterhin benötigen auch überregional anrückende Einsatzkräfte eine (Not)Unterkunft.

 

Da dies meistens Mehrzweckhallen, Turnhallen oder auch Schulen sind, müssen diese erstmal „beziehbar“ gemacht werden.

Sie alle wissen, wie folgt sieht es in einem Schulraum aus:

Dieses und die nachfolgenden Bilder sind aus einer uns unbekannten Schule und einem anderen DRK-Ortsverband.

Hier kann weder gegessen, sich ausgehalten noch geschlafen werden!!!

 

Wir müssen also die Tische und die meisten Stühle aus dem Klassenraum räumen.

Feldbetten oder Bierzeltgarnituren oder sonstige Regale für eine Ausgabestelle hinein räumen.

Im Falle der Feldbetten sieht es ggf. nachher wie folgt aus:

Diese Bilder sind von einer unbekannten Schule. Dies war eine Leistung der 20 Mitarbeiter des Landratsamtes und der etwa 80 ehrenamtlichen Helfer von THW, Rotem Kreuz, Maltesern, Johannitern und Feuerwehren. Die Vielzahl von Kaffeebechern einer Fast-Food-Kette im Mülleimer des Aufenthaltsraums zeugt davon, dass es eine lange Nacht gewesen sein muss.

 

Diese Bilder bieten einen kleinen Eindruck, welche enorme Arbeit die Helfer des Betreuungsdienstes in einem solchen Falle leisten müssen.

Auf den Bildern ist ein Klassenraum abgebildet doch die Arbeit muss in allen verfügbaren Klassenräumen durchgeführt werden (ggf. 50 Stück evtl mehr).

 

An den Bildern dürfte auch offensichtlich geworden sein, dass jedes Inventar aufgelistet werden muss. Denn es muss nach dem Einsatz alles wieder an seinen Ort zurück. Auch kann keine Garantie für die Unversehrtheit gegeben werden.

In diesem Fall wird z.B. der defekte Stuhl nachher ersetzt.

 

Arbeit, Arbeit, Arbeit……

 

 

Doch woher wissen wir, ob wir eine Schule überhaupt verwenden können. Vielleicht können wir die Stühle und Tische gar nicht raus räumen, weil wir keinen Lagerplatz haben??????????

 

Wir müssen die Schulen, welche als Notunterkünfte in Frage kommen vorher begehen und auf deren Eignung überprüfen.

Das sind jährliche Unternehmungen, über die Sie hier mehr lesen können!