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Sprechfunklehrgang

Gerade im heutigen Zeitalter, in der sich die Kommunikationstechnik ständig verändert und verbessert, ist es wichtig, grundlegende Kenntnisse der zugrunde liegenden Technik und der physikalischen Vorgänge zu haben, um mit dieser Technik sicher umgehen zu können. Da es an größeren Einsatzstellen auch zu entsprechend viel Funkverkehr kommt, ist es von großer Bedeutung, neben den oben genannten Grundlagen auch die Regeln des Sprechfunkverkehrs zu beherrschen und anwenden zu können.

Diese beiden Themenkomplexe zu lernen und zu üben ist das Anliegen des Sprechfunklehrgangs.

 

Der 27 Stunden umfassende Sprechfunklehrgang gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil.

Im ersten Teil werden die theoretischen Naturgesetze gelernt, auf denen der Funkverkehr beruht. So stehen zum Beispiel die Unterschiede von Wellenlänge und Amplitude, der Aufbau von Funknetzen und die Gesetzmäßigkeiten von Funkwellen auf dem Lehrplan.

Im zweiten Teil werden die Technischen Geräte, vor allem die Funkgeräte des 2- und 4-Meter-Bandes, vorgestellt und ihre Bedienung geübt. Auch wird auf das Erkennen und Beheben von Fehlern an den Geräten großer Wert gelegt. Die Bedeutung der digitalen Status-Meldungen, die die Arbeit der Leitstellendisponenten wesentlich vereinfacht, wird erläutert.

Nach diesen sehr theoretischen Lerneinheiten wird dann der Sprechfunkverkehr geübt. Dazu bilden die Lehrgangsteilnehmer 2-Mann-Teams, die sich, jeweils ausgestattet mit einem Funkgerät, in der Umgebung des Lehrgangsorts verteilen. Jeder Teilnehmer steht für ein Fahrzeug, welches nun von der Übungsleitung festgelegte simulierte Einsätze abarbeiten muss. Dabei sollen die Teilnehmer den sicheren Umgang mit der Technik sowie das richtige Funken lernen. Dabei gilt der Grundsatz: "So informativ wie möglich, so kurz wie nötig!", um an größeren Einsatzstellen möglichst wenig Funkverkehr zu erzeugen.

 

Nicht nur das deutliche Sprechen, auch das sichere Buchstabieren längerer Wörter anhand des deutschen Buchstabieralphabets sind Übungsinhalte, die nach dem Lehrgang jeder Teilnehmer sicher beherrschen sollte.

Den Abschluss des Lehrgangs bildet die Prüfung, sie besteht aus einem Fragebogen, einer mündlichen Prüfung in der die sichere Handhabung der Funktechnik abgefragt wird, sowie einem praktischen Teil in Form einer abschließenden Funkbetriebsübung.

 

Hat der Teilnehmer diese Prüfungen bestanden, wird ihm eine Sprechfunkberechtigung für den BOS-Funk ausgestellt (BOS = Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben).

 

Nach diesem Lehrgang ist es jedoch erforderlich, die gelernten Inhalte immer wieder zu üben.

Alarmierung über Funk

Danach kann bei dem Helfer die Alarmierung über Funk erfolgen.

Hier bekommen alle einen kurzen Überblick über die Funkalarmierung.

 

Alarmierung

Bevor alarmiert wird, muss natürlich erst ein Notruf bei der Leitstelle eingegangen sein.

Funkmeldeempfänger ("stille Alarmierung")

Jedes aktive erwachsene Mitglied mit einem Funklehrgang besitzt einen Funkmeldeempfänger (Abkürzung: FME). Technisch gesehen ist ein Funkmeldeempfänger (umgangssprachlich "Piepser oder Melder") genauso aufgebaut wie ein Radio, welches auf einen festen Sender eingestellt ist und bei einem bestimmten Funksignal Alarm auslöst. Anschließend ist für einige Sekunden die Alarmdurchsage zu hören. Je nach Art des Alarms gibt es unterschiedliche Alarmschleifen. Im DRK Nidderau  gibt es verschiedene Schleifen für die verschiedenen Einsatzgründe. Es finden auch regelmäßig Probealarme statt.

Sirene ("laute Alarmierung") zur Warnung der Bevölkerung

Im Gegensatz zu Städten gibt es in manchen Gemeinden noch immer Sirenen zur Alarmierung der Einsatzkräfte.

Sirenen haben in den meisten Städten und Gemeinden nur noch die Aufgabe die Bevölkerung zu warnen. Das kann z. B. beim Austritt hochgiftiger Chemikalien oder Naturkatastrophen der Fall sein. Bei einem solchen Alarm ertönt ein einminütiger ständig an- und abschwellender Heulton. Als Einwohner sind Sie dann Aufgerufen Ihr Radio oder Fernseher einzuschalten, über welche Sie weitere Informationen oder Anweisungen erhalten.

z.B.: "Die Anwohner der Straße sollen Türen und Fenstern geschlossen halten und bis zur Entwarnung das Haus nicht verlassen."

Probealarme finden in Nidderau jeden ersten Samstag im Monat im Zeitraum von ca. 11- 13:30 Uhr statt.

Weiter werden die Sirenen in Nidderau bei Übungen der Feuerwehr ausgelöst. Zudem ist es in der Vergangenheit (selten) vorgekommen, dass die Sirenen nach einem direkten Blitzeinschlag ebenfalls ausgelöst hatten.

Technischer Hintergrund zum Analogfunk

Jedes Funkgerät, jeder Piepser und jede Sirene im Main-Kinzig-Kreis empfängt die Funksignale von einem Sender und einem Empfänger die miteinander gekoppelt sind; eine sogenannte Relais-Station. Diese Umsetzer befinden sich meist an hoch gelegenen Orten. Wird bei einem Funkgerät die Sprechtaste gedrückt, dann empfängt das Relais die Signale, setzt sie um, und sendet sie auf einem anderen Kanal aus, den die Funkgeräte abhören. Mit dieser Methode wird eine höhere Reichweite bei gleicher Sendeleistung erreicht, als bei einer direkten Verbindung von Funkgerät zu Funkgerät.

Soll für das DRK ein Alarm ausgelöst werden, dann wird eine bestimmte Tonfolge ausgesendet. Dafür ist die Rettungsleitstelle in Gelnhausen zuständig, bei der auch die Anrufe der Notrufnummer 112 eingehen. Die Sirene oder der Piepser empfangen das Signal und lösen Alarm aus. Zusätzlich wird eine Alarmmitteilung per Sprache durchgegeben die am Piepser abgehört werden kann.

 

Digitalfunk

Das heutige Alarmierungssystem von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten ist nicht mehr Stand der Technik. Fast jede Hilfsorganisation wie Polizei, DRK oder Feuerwehren besitzt einen separaten Kanal, dadurch wird die Kommunikation untereinander erschwert. Bei größerem Ereignissen wie Stürme, schweren Unfällen oder Großbränden kann sehr viel Funkverkehr auf einem Kanal stattfinden so dass die Verständigung erschwert wird. Ein weiteres Problem ist die fehlende Abhörsicherheit. Aus diesem Grund wird deutschlandweit noch immer das Funknetz auf einen einheitlichen Digitalfunk aufgerüstet. Die Kosten dafür belaufen sich auf mehrere Milliarden Euro.

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